|
Über Josef Wittlich weiß man wenig, weil er Zeit
seines Lebens zurückgezogen und äußerst bescheiden
lebt. Er wird am 26.2.1903 als Sohn eines Knopfmachers bei
Neuwied geboren. Ca. 1920 soll er einen Antrag auf Aufnahme
in die Fremdenlegion gestellt haben, der abgelehnt wurde.
So habe er für etwa ein Jahr einem französischen
Offizier als Bursche in der Nähe von Paris gedient. Nach
seiner Rückkehr ins deutsche Gladbach verdient er sich
ab 1922 seinen bescheidenen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter
in der rheinischen Bimsstein-Industrie.
Schon das Kind Josef Wittlich beginnt zu malen. Wann jedoch
"richtige Arbeiten" entstanden, darüber gehen
die Quellenangaben auseinander. Wittlich selbst sagt, dass
während der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts
sein Drang stärker wurde, sich in Farben auszudrücken.
Abends, nachts und an den Wochenenden entstehen Bilder, für
die er als Vorlagen Zigarettenbilder und Kriegsbeschreibungen
des ersten Weltkrieges benutzt. So malt er unter anderem bis
zu fünf Meter große Schlachtenbilder. In den Kriegsjahren
gehen diese Arbeiten fast alle verloren: Ein Teil verbrennt,
einen Teil sollen die Besatzungstruppen konfisziert haben.
weiter>>
|