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Oswald Tschirtner kommt 1920 in Perchtoldsdorf zur
Welt. 19 Jahre später schließt er mit der
Matura, dem österreichischen Abitur, das Priesterseminar
ab. Oswald will Priester werden. Doch er wird zum Heer
einberufen. Er nimmt am Russlandfeldzug und an der Schlacht
um Stalingrad teil. Er gerät in Kriegsgefangenschaft
und kehrt 1946 mit schweren Angstneurosen in die Heimat
zurück.
Ein Jahr später wird er in das psychiatrische Landeskrankenhaus
Gugging eingewiesen, aus kürzeren Aufenthalten werden
mehrere, schließlich ist er ständig hospitalisiert.
Wieder ist es - wie bei August
Walla und Johann
Hauser - der behandelnde Psychiater, Leo Navratil, der
seine therapeutische künstlerische Arbeit unterstützt.
So beginnt Tschirtner in den fünfziger Jahren zu zeichnen.
Er stellt vorwiegend Tusche-Federzeichnungen her; daneben
aber auch Radierungen, Kohle- und Filzstiftzeichnungen.
Mit Themen aus dem Bereich der Menschen- und Tierwelt
beschäftigt er sich, Sujets, die er mit hintergründigem
Witz in seiner typischen, minimalistischen Formensprache
darstellt. Menschen erscheinen bei ihm als eine Art
von reduzierten, starren Kopffüßlern, deren
Körper aus zwei langen Strichen bestehen.
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