kunstgenuss :: über art brut
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Der französische Künstler und Kunstsammler Jean Dubuffet (1901-1985) prägte den Begriff Art Brut in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Er bezeichnete damit Werke von Menschen abseits des etablierten Kunstsystems und ohne jegliche Kunsterfahrung und Erziehung. Werke von Einzelgängern, Unangepassten, Patienten einer psychiatrischen Klinik, Häftlingen, von Menschen, die sich der Gesellschaft verweigern.

Art Brut - in der deutschen Übersetzung etwa: rohe, unverfälschte Kunst - hat im französischen Original noch die Nebenbedeutung "edel herbe Kunst", so wie ein Champagner brut.

Im anglo-amerikanischen Sprachraum hat sich die Bezeichnung Outsider Art für diese Kunst durchgesetzt, zuweilen auch als Visionary Art oder Self-taught Art bezeichnet.

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Wie diese Bezeichnung andeutet, handelt es sich teils auch um (selbsttherapeutische) Werke von Autodidakten, entstanden aus einem tiefen seelischen Bedürfnis und nach eigenen ästhetischen Kriterien.
Die Künstler stehen oft außerhalb jeder künstlichen und künsterlischen Tradition und schöpfen für sich selbst - ohne Beeinflussung der mächtigen Kunstkritik - originelle und einzigartige Kunstwerke.

Mittlerweile sind die Naive Kunst, die Art Brut und die Selftaught Art anerkannte und etablierte Zweige der Kunst geworden, ein eigenes Segment, dem der Kunsthandel sowohl internationale Messen wie etwa die Kunstköln und die New Yorker Outsider Art Fair als auch spezielle Magazine wie die englische Zeitschrift Raw Vision widmet. Ein großes Forum für die Vertreter Selftaught Art, die neuerdings auch "neurodivers" genannt werden, bildet die "Outsider Art Fair", die zu Jahresbeginn immer in New York stattfindet.

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